Seminarinhalte 

Die Weiterbildung setzt sich aus vier Modulen zusammen. Diese sind unterteilt in zwei Präsenz-Module und zwei Webinar-Module. Der Abschluss erfolgt durch ein Kolloquium. Jedes Modul ist inhaltlich in sich geschlossen und kann auch einzeln gebucht werden (siehe Seminare). Für das Zertifikat müssen alle vier Module besucht werden.

Modul 1: Präsenzseminar: Kindeswohl – Kindeswohlgefährdung erkennen und handeln
(06.03.2020 – 07.03.2020)  

  • Grundbedürfnisse von Kindern aus entwicklungspsychologischer Sichtweise
  • Begriffliche Abgrenzung Kindeswohl und Kindeswohlgefährdung
  • Anhaltspunkte für eine Kindeswohlgefährdung
  • Risiko- und Schutzfaktoren aus dem Umfeld des Kindes
  • Einführung kollegiale Beratung
  • Helfernetzwerk/ Unterstützungsmöglichkeiten
  • Insoweit erfahrene Fachkraft (Aufgaben und Anspruch)

Modul 2: Webinar: Medizinische Aspekte der Kindesmisshandlung 

Vernachlässigung und Kindesmisshandlung entstehen durch soziale, zwischenmenschliche Probleme und können für die betroffenen Kinder und Jugendlichen oft schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben. Die Gesetzgebung und Strafverfolgungsbehörde orientieren sich hauptsächlich an beweisbaren und möglicherweise strafbaren Handlungen. Doch wie ist eine Kindesmisshandlung zu erkennen und letztendlich zu dokumentieren?

Seminarinhalte:

  • Formen und Anzeichen von Kindeswohlgefährdung aus medizinischer Sicht
    • Erscheinungsformen von Vernachlässigung und Misshandlung
  • Ärztliche Befunderhebung und Befunddokumentation

Ziele der Weiterbildung:

Durch das Webinar sollen die teilnehmenden Personen medizinische Aspekte der Kindesmisshandlung kennenlernen und das bereits vorhandene Fachwissen vertiefen.

Modul 3: Webinar: Gesetzliche Grundlagen im Kinderschutz
(20.03.2020)

Mit Wirkung vom 01.01.2005 hat der Gesetzgeber den sogenannten Schutzauftrag des Jugendamtes strukturiert und konkretisiert. Seitdem werden im § 8a SGB VIII erstmals auch die Einrichtungen und Dienste freier Träger, die Leistungen nach dem SGB VIII erbringen, als Adressaten des Schutzauftrages identifiziert.

Seminarinhalte:

  • Rechtliche Aspekte im Zusammenhang mit § 8a SGB VIII
  • Welche Aufgabe hat das Familiengericht?
  • Datenschutz und Kindeswohlgefährdung

Ziele der Weiterbildung:

Durch das Webinar sollen die teilnehmenden Personen im Bereich Kinderschutz rechtliche Grundlagen für den Bereich Kinderschutz erlangen und das bereits vorhandene Fachwissen vertiefen.

Modul 4: Präsenzseminar: Handlungsschritte bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und Kolloquium
(08.05.2020 – 09.05.2020) 

  • Dokumentationsführung
  • Handlungsschritte bei Verdacht
  • Praktischer Umgang mit dem Kinderschutzbogen
  • Arbeit mit dem Familiengenogramm
  • Insoweit erfahrene Fachkraft (Rolle, Aufgabe, Abgrenzung und Anspruch)
  • Ressourcenlandkarte und Netzwerkkarte
  • Kollegiale Beratung anhand unterschiedlicher Methoden
  • Elterngespräche führen
  • Gespräche mit dem Kind
  • Abschluss: Kolloquium (Fallausarbeitung in der Kleingruppe und anschließende Präsentation im Plenum)

Zielgruppe 

  • Fachkräfte von öffentlichen und freien Trägern, die eine beratende oder koordinierende Funktion im Rahmen des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII wahrnehmen oder sich dafür qualifizieren möchten
  • Fachkräfte, die eine pädagogische Ausbildung und eine mindestens dreijährige Berufserfahrung aufweisen können
  • Pädagogische Fachkräfte, die Erfahrung mit Praxisfällen im Kinderschutz haben

Ziel der Weiterbildung

Durch die Vertiefung von Fachwissen im Bereich Kinderschutz (rechtliche Grundlagen, medizinischer Aspekt und pädagogisches handeln) und die fallbezogene Gruppenarbeit, erhalten die teilnehmenden Personen Handlungssicherheit für ihre Tätigkeit als Kinderschutzfachkraft/ insoweit erfahrene Fachkraft.