Marte Meo 

Was bedeutet Marte Meo? 

Marte Meo stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „etwas aus eigener Kraft erreichen“. Es handelt sich dabei um eine Beratungsform, die Entwicklung im sozialen und emotionalen Bereich unterstützt und eigene Fähigkeiten aktiviert.

Videobegleitung ermöglicht einen neuen Blick auf bekannte Situationen. Die Aussagekraft der Bilder aus dem privaten oder beruflichen Alltag hilft, Einsichten in Entwicklungsbedürfnisse und Fähigkeiten von Kindern und Erwachsenen zu gewinnen. Ziel ist es dabei die Botschaft hinter schwierigem und herausforderndem Verhalten zu erkennen. Welche „noch nicht gemachte Entwicklung“ steckt dahinter?

Konkrete und praxisnahe Möglichkeiten zu entwicklungsförderndem Verhalten in der jeweiligen Situation werden besprochen und neue Handlungsmöglichkeiten gemeinsam erarbeitet. Ganz besondere Beachtung erhalten die gelungenen Momente im zwischenmenschlichen Kontakt, um den beteiligten Personen die eigene Kraft und Kompetenz im Zusammensein zu verdeutlichen. Das weckt Selbstvertrauen und Mut, diese im Alltag immer häufiger einzusetzen. Auf dem Bildschirm längere Zeit betrachtete emotional berührende positive Bilder, lassen liebevolle Gefühle, Zuneigung und Bindung wachsen.

Wie entwickelte sich Marte Meo? 

Die Niederländerin Maria Aarts begründete Marte Meo. Sie beobachtete und erforschte, wie die Entwicklung sozialer und personaler Fähigkeiten z. B. Sprache, Kooperationsfähigkeiten, Empathie, Selbstvertrauen, usw. gefördert werden kann. Schließlich begann sie, Eltern in der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit der oben aufgeführten Vorgehensweise darin zu unterstützen, elterliche Fähigkeiten zu entwickeln, mit denen sie ihre Kinder gezielter begleiten konnten. Die Ergebnisse überzeugten. Die Arbeit mit Bildern der „guten Momente“ war leicht verständlich und alltags tauglich. Inzwischen ist Marte Meo weltweit verbreitet. Fachkräfte in Kindertagesstätten, in Schulen, in der Familienberatung und Familientherapie, in der Arbeit mit hyperaktiven Kindern, mit isolierten Kindern, mit Schrei-Babys und Frühgeborenen, in der Arbeit mit Behinderten, in Krankenhäusern und Pflegeheimen setzen Marte Meo ein.

Hier einige Beispiele an privaten und beruflichen Herausforderungen, bei denen Marte Meo hilfreiche Unterstützung bietet:

  • Babys, die oft weinen und sich nicht beruhigen lassen
  • Vorschulkinder in Kindertagesstätten, die es nicht schaffen, in Spielkontakt mit anderen Kindern zu kommen
  • Schulkinder, die im Unterricht und bei den Hausaufgaben häufig unkonzentriert oder überfordert wirken
  • Jugendliche, die auffällig wütend und feindselig reagieren oder sich sehr zurückgezogen und passiv verhalten
  • Paare, die oft heftige und emotional aufgeladene Streitgespräche führen, ohne eine Lösung zu sehen
  • Teamkollegen/ -Innen, die trotz zahlreicher Gespräche keinen Weg für gelingende Zusammenarbeit finden
  • Kunden bzw. Klienten, die sehr unzufrieden reagieren und für Argumente nicht mehr zugänglich sind
  • Demenzerkrankte, die sich verweigern und nicht ansprechbar erscheinen

Wie sieht der Ablauf einer Marte-Meo-Beratung aus? 

  • Klären der privaten bzw. beruflichen Anliegen und Ziele in einem ernsten Gespräch
  • Erstellen einer Videoaufnahme zu einer als schwierig erlebten Alltagssituationen sowie eines weiteren Filmes über eine entspannte Begegnung
  • Auswerten der  Aufnahmen mit gezieltem Blick auf die Fähigkeiten, Bedürfnisse und Entwicklungsmöglichkeiten aller Beteiligten
  • Gemeinsames Auswertungsgespräch anhand ausgewählter Videobilder auf denen sich deutlich gute Momente und schon vorhandene Fähigkeiten zeigen. Schritt für Schritt werden alltags taugliche Umsetzungswege erarbeitet und trainiert. Eigene Stärken werden so eingesetzt, dass gelingende Beziehungen im privaten und beruflichen Alltag möglich sind.
  • In Folgefilmen und -gesprächen werden neue Erfahrungen und Erfolge deutlich gemacht und weitere Schritte gemeinsam vorbereitet